20. Oktober 2018

Ausstellung in der Saarbrücker Johanneskirche von Andrea Neumann


Vom 20. Oktober bis zum 25. November zeigt die Saarbrücker Johanneskirche eine Kunstausstellung der Künstlerin Andrea Neumann. Das bislang namenlose Werk wurde extra für diesen Ausstellungsort entworfen und angefertigt. Die Vernissage ist am Samstag, 20. Oktober, um 19 Uhr.

Andrea Neumanns Bilder haben die Kraft, ihre Betrachter in ihren Bann zu ziehen. Man meint, bestimmte Motive zu entdecken, fühlt sich an bekannte Situationen und Erfahrungen erinnert, es entstehen Phantasien über das Gesehene. Aber die Bilder entziehen sich dann doch wieder jeder Eindeutigkeit. So manches Motiv bleibt auch nach eingehender Beschäftigung geheimnisvoll und fremd. Ihre Bilder taugen nicht zum Konsum. Beschenkt wird, wer sich Zeit nimmt und sich auf sie einlässt. Was mich an ihren Bildern fasziniert, ist die anthropologische Tiefe und Rätselhaftigkeit, die ihnen zu eigen ist.

 

Viele ihrer Bilder zeigen Menschen, die ins Dasein geworfen scheinen, die sich orientieren oder entscheiden müssen, die sich in Situationen gestellt sehen, die sie offenbar vor eine große Herausforderung stellen. Spiegeln sich in ihnen Gefühle wie Bedrohung, Angst, Hoffnung, Lebenswille? Wie werden sie sich entscheiden? Können sie frei  entscheiden oder sind ihre Handlungen gleichsam vorbestimmt? Was passiert, wenn gewohnte Denk- und Handlungsmuster versagen, wenn bewährte Rituale versagen, wenn Vertrauen und Vertrautes fragwürdig, brüchig wird?


Solche Fragen evozieren die Bilder Andrea Neumanns, aber sie entziehen sich eindeutigen Antworten. Ihre Kunst lädt ein zum Betrachten und sie fordert zu Gesprächen heraus. Diese Offenheit und Dialogfähigkeit empfinde ich stets als weitere große Stärke ihrer Werke.

 

Seit 2008 nimmt Andrea Neumann einen Lehrauftrag an der Hochschule der Bildenden Künste Saar wahr. Sie lebt und arbeitet in Lothringen und  Saarbrücken.





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