21. April 2018

Tag der Bahnhofsmission in Saarbrücken


Am bundesweiten Tag der Bahnhofsmission unter dem Motto „Menschen bewegen“ machte die ökumenische Einrichtung am Saarbrücker Hauptbahnhof mit einem vielfältigen Programm auf sich aufmerksam. 29 Ehrenamtliche sind hier die „Nächste Hilfe“ für Reisende und Bedürftige.

Zum Austausch mit den Ehrenamtlichen hatten Caritas und Diakonie Saar, die gemeinsam die Bahnhofsmission tragen, am Vormittag in die  Räume auf „Gleis 5/12“ eingeladen.  „Fleißig und bescheiden leisten sie alltägliche Hilfe wie Lotsendienste, Beratung und Orientierungshilfen in allen Lebenslagen. Dem möchten wir an den bundesweiten Tag besondere Anerkennung zollen“, sagte Wolfgang Schönberger, Leiter der Fachabteilung Bildung und soziale Teilhabe bei der Diakonie Saar zur Begrüßung.

 

Etwa 5500 Stunden im Jahr sind die Ehrenamtlichen auf den Bahnsteigen unterwegs, helfen Gehbehinderten und Blinden beim Ein- und Aussteigen, geben Ortsfremden schnelle Informationen und versorgen auch schon mal Menschen mit kleineren Verletzungen. „Nach fünf Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit bei der Bahnhofsmission hat man einen Blick dafür, wer Hilfe braucht“, erzählte Waltraud Wagner. Sie berichtete von immer mehr jungen Menschen, die mit Problemen am Bahnhof stranden und oft nicht wissen wohin. Die Bahnhofsmission sei aber gut vernetzt und könne daher gut zu anderen Hilfsangeboten vermitteln. Die Räumlichkeiten auf Gleis 5/12 sind dabei Anlaufstelle und Aufenthaltsmöglichkeit für alle.

 

Zwei Drittel der Menschen, die die Räume der Bahnhofsmission aufsuchen, seien Bedürftige, erzählte Bernd Schorer, Ehrenamtlicher bei der Bahnhofsmission und Modelleisenbahner. Damit habe er, als er hier vor vier Jahren begonnen hatte, nicht gerechnet. Es gäbe aber auch fröhliche Geschichten zu erzählen: So haben sie mal einer Mutter heißes Wasser für die Babymilch gekocht, als ihr Zug ein paar Minuten Aufenthalt am Gleis hatte.  

 

Bernd Seiwert, Leiter der Abteilung Soziales Ehrenamt im Sozialministerium, brachte sich aktiv ins Gespräch ein: „Das Leben ist eine große Reise. Die Bahnhofsmission ist ein Dienst, der sehr wichtig ist.“ Das Ministerium habe daher eine Zuwendung von 1.000 Euro für diese Arbeit mitgebracht.

 

An der Bahnhofsmission kam an diesem Tag niemand vorbei: An einem Infostand in der Bahnhofshalle informierten die Ehrenamtlichen über ihre Arbeit und den Lotsendienst „mobisaar“. Kinder waren zum Basteln eingeladen. Darüber hinaus haben Mitarbeitende vom Friseursalon ‚The Barbershop‘ im DB Warteraum Bedürftigen kostenlos die Haaren geschnitten.

 

Nachmittags musizierten verschiedene Bands, unter anderem „Nika & Karambolage“, auf dem Vorplatz des Bahnhofes. Außerdem gab es ein Poetry Slam und Tanzvorführungen der Tanzschule Bootz-Ohlmann.





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