02. Dezember 2021

Evangelische Studierendengemeinden Saarbrücken und Trier diskutierten in Paris über Partizipation


Wie gelingt in der Kirche Partizipation? Und welche Grundlagen wurden dafür in der Geschichte gelegt? Mit diesen Fragen haben sich neun junge Erwachsene der Evangelischen Studierendengemeinden (ESG) Saarbrücken und Trier bei einem Workshop in Paris beschäftigt.

Wie gelingt in der Kirche Partizipation? Und welche Grundlagen wurden dafür in der Geschichte gelegt? Mit diesen Fragen haben sich neun junge Erwachsene der Evangelischen Studierendengemeinden (ESG) Saarbrücken und Trier unter der Leitung der Studierendenpfarrer Matthias Freudenberg und Andreas Mühling in einem Workshop beschäftigt.

Nicht ohne Grund fanden die Seminartage in Paris, im Tagungshaus „Foyer le Pont“ der Vereinigten Protestantischen Kirche Frankreichs, statt. Denn die Wurzeln des Grundsatzes, dass in der Kirche keine einsamen Entscheidungen gefällt werden dürfen, liegen in der französischen Kirchenordnung von 1559. Von dort gelangte der Impuls, dass es in der Kirche Gremien und Mitverantwortung aller Mitglieder gibt, nach Deutschland und in die Niederlande.

Schwerpunkt des Workshops waren die Artikel der Emder Synode, einer Kirchenversammlung in Ostfriesland, die sich vor 450 Jahren mit eben jenen Fragen der Kirchenordnung und Organisation von den Ortsgemeinden bis zur Gesamtsynode beschäftigte. Gemeinsam wurde erarbeitet, wie aus den damaligen Artikeln Orientierungen für die Kirche von heute gewonnen werden können.

„Wie die Kirchen der Reformation entstanden sind, wird heute im Allgemeinen nicht mehr groß erklärt“, findet Catarina Segschneider aus Trier. Darum war ihr auch vieles nicht bewusst, was schon vor Jahrhunderten in den kirchlichen Statuten festgehalten wurde. Etwa, dass es in der Kirche Spielräume bei Entscheidungen geben muss. Oder dass Beschlüsse einvernehmlich und für alle transparent gefasst werden sollen.

Teil des Workshops war auch die Frage, wie insbesondere junge Erwachsene heute besser in Entscheidungen der Kirche eingebunden und wie Minderheiten integriert werden können.

Die Gruppe habe viel über die neuen Erkenntnisse diskutiert, auch noch nach dem offiziellen Programm, beim Abendessen, erzählt Segschneider. „Meinungsfreiheit heißt auch, bis zu einem gewissen Punkt die Beteiligung von Menschen zu ermöglichen, deren Meinung man nicht teilt und vielleicht auch nicht tolerieren möchte“, fasst sie ein Ergebnis der Beratungen zusammen.

Für Catarina Segschneider, die Jura studiert, war auch der Vergleich mit heutigen Verfassungen und Gesetztestexten wie Grundgesetz und dem Vertrag von Maastricht spannend. Auch dort wird der Gedanke der Partizipation und des gestuften Aufbaus von Staaten(gemeinschaften), Subsidiarität genannt, aufgenommen. „Beteiligung schafft auch Akzeptanz“, ist sich Segschneider sicher.

Eine Anregung, die auch ihre Kommilitoninnen auf dem Workshop als motivierend empfunden haben.





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