10. Juli 2020

Impülschen am Freitag, dem 10. Juli


Die Jugend von heute.

Herzlich willkommen zu Impülschen, heute am 10. Juli. In Psalm 145,4 lesen wir: „Eine Generation rühmt der andern deine Werke, und deine mächtigen Taten verkünden sie.“ Und Paulus schreibt im 2. Korintherbrief 4,15: „Die Gnade mehre sich durch die wachsende Zahl der Glaubenden, und so ströme der Dank reichlich zur Verherrlichung Gottes.“
Unser gegenwärtiger Blick auf die scheinbar „gottesvergessende“ Jugend entspricht wohl eher folgender Einschätzung: "Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer." Und wir wundern uns, wenn wir erfahren, dass der Grieche Sokrates (469-399 v. Chr.) das schon vor 2500 Jahren gesagt haben soll.

Die streitbare Theologin Margot Käßmann sagte daraufhin einmal: „Kinder können sich nur für oder gegen eine Religion entscheiden, wenn sie diese Religion auch kennen. Ich habe meine Töchter nicht gezwungen, in der vordersten Kirchenbank zu sitzen, und sie mussten auch nicht ständig im Altenheim Blockflöte spielen. Dennoch vertrauen heute alle vier auf Gott. Auch wenn sie sicher nicht jeden Sonntag In die Kirche gehen. Viele Menschen denken, ein Leben als Christ oder Christin bedeutet ein Leben voller Regeln, ein Leben als Trauerkloß. Das ist Unsinn. Auch hier gilt wieder der Aspekt der Freiheit. Christliche Erziehung ist Werteerziehung, sie gibt Kindern Orientierung und stattet sie mit eigenem Urteilsvermögen aus. Sie macht im besten Sinne auch widerständig. Und dabei ist jeder Einzelne von uns gefragt. Sicher, Erziehung ist ein Kraftakt — aber auch eine wunderbare Aufgabe. Und Vorbilder müssen auch keine Heiligen sein, Aber erkennbar sollten sie sein — mit ihren Stärken und Schwächen.“

 





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