11. November 2022

Innensanierung der Ludwigskirche kann weitergehen: Zweiter Bauabschnitt im Jahr 2023


Die Innensanierung der Saarbrücker Ludwigskirche, des Wahrzeichens des Saarlandes, kann weitergehen. Von Seiten des Sonderprogramms Denkmalpflege des Bundes wurden nun 225.000 Euro für den zweiten Bauabschnitt bewilligt.

Die Innensanierung der Saarbrücker Ludwigskirche, des Wahrzeichens des Saarlandes, kann weitergehen. Dank der Zusage von Finanzmitteln aus dem aktuellen Sonderprogramm zur Denkmalpflege der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie weiterer Zuschussgeber kann im kommenden Jahr die Renovierung der Südseite der Kirche in Angriff genommen werden.

Die vorzunehmenden Arbeiten an der Südseite sind dieselben wie bereits bei der planmäßig abgeschlossenen Sanierung der Nordseite. Die Stuckelemente werden vorsichtig mit Pinsel und Staubsauger gereinigt, anschließend Schäden beseitigt, bevor abschließend Malerarbeiten im gesamten Decken- und Wandbereich durchgeführt werden. Zudem werden die Fenster saniert.

Während dieser Phase, die im Laufe des Jahres 2023 durchgeführt werden wird, kann die Ludwigskirche weiterhin für Gottesdienste und kulturelle Veranstaltungen genutzt werden.

Möglich wird die Durchführung des anstehenden zweiten Bauabschnitts durch öffentliche Förderungen. Geplant wird mit einem Kostenvolumen von 450.000 Euro. Davon finanziert das Bundesprogramm zur Denkmalpflege die Hälfte, das Saarland unterstützt mit 202.000 Euro, weitere 15.000 Euro hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz zugesagt.

Den Rest sowie derzeit unkalkulierbare Mehrkosten tragen die Evangelische Kirchengemeinde Alt-Saarbrücken und die Stiftung Ludwigskirche aus Eigenmitteln. „Allen Zuschussgebern, insbesondere aber vielen Einzelpersonen aus Politik und Kirche gebührt unser Dank, dass sie uns dabei helfen, dass dieses bedeutende Baudenkmal demnächst wieder im neuen alten Glanz erstrahlen wird“, betont Martin Wendt, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Ludwigskirche.

In einem dritten Bauabschnitt wird dann das Mittelschiff saniert werden. Alle Arbeiten sollen spätestens Mitte 2025 vollständig abgeschlossen sein. Dann feiert die Kirche das 250. Jubiläum ihrer Einweihung. Außerdem findet das Fest zum Tag der Deutschen Einheit in Saarbrücken statt, zu dem ein Staatsakt in der Kirche geplant ist.

 

Info Ludwigskirche

Die 1762 bis 1775 erbaute Ludwigskirche in Saarbrücken zählt zu den Baudenkmälern von nationalem Rang im Saarland.

Der von Fürst Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken initiierte und unter seinem Sohn Fürst Ludwig vollendete Kirchenbau wurde von Friedrich Joachim Stengel entworfen.

Die Ludwigskirche ist ein Hauptbau und vollendete Predigerkirche des lutherischen Protestantismus. Sie gilt gleichzeitig als Höhepunkt und Abschluss spätbarocken evangelischen Kirchenbaus und zählt neben der Dresdner Frauenkirche und dem Hamburger „Michel“ zu den bedeutendsten evangelischen Kirchenbauten dieser Epoche in Deutschland überhaupt. Mit dem sie umgebenden, großzügig angelegten Platz, mit flankierenden Palais sowie der Friedenskirche von 1762 als östlichen Abschluss, bildet sie bis heute einen einzigartigen städtebaulichen Akzent und zugleich ein kunstgeschichtliches Gesamtensemble von internationalem Rang.

Nach den verheerenden Bombenangriffen von 1944 entschloss sich die Gemeinde bereits 1946 – noch unter französischer Verwaltung – die Kirche wiederaufzubauen, was das selbstbewusste Bekenntnis zur eigenen Geschichte bezeugt. Die Ludwigkirche ist als Wahrzeichen Saarbrückens und des Saarlandes eines der bekanntesten Ziele für Besucher der Region. Neben Gottesdiensten finden hier regelmäßig Führungen und Veranstaltungen statt. Als Hauptkirche der Gemeinde wird sie auch als überregionaler Konzertraum genutzt.

Als Wahrzeichen Saarbrückens und des Saarlandes ziert die Kirche seit 2009 die saarländischen 2-Euro-Münzen. Seit 2019 ist die Ludwigskirche Mitglied der Internationalen Nagelkreuzgemeinschaft von Coventry, seit Anfang 2021 ist sie auch offizielle Station des Jakobswegs.

 





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